Thomas Gehring

Kindesmisshandlung - Kindesmissbrauch

Ein Bild sagt mehr als tausend Worte

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Aus Sicht der Wissenschaft

Liebesentzug sorgt für Narben im Gehirn...
Frühkindliche Traumata mit lebenslanger Wirkung...

Aus Sicht der Psychologie

Bindungstheorie...
Die Trauer, die wir nicht fühlen...
Fürsorgezwang als Folge eines Trauma...

Aus Sicht der Medizin

Traumafolgen epigenetisch vererbt...

Heilung

Wissen: Recovery-Modell
Buchtip: Recovery - Das Ende der Unheilbarkeit
Für Selbstbewuste: Statt Psychiatrie 2...

Um was geht es eigentlich!

Viele Menschen suchen logische Probleme in der Gegenwart, weil sie ein "ungutes" Gefühl aus der Vergangenheit verspüren.
Wussten Sie, dass unser Geist und Körper Gefühle speichern kann, ohne sie uns sofort erleben zu lassen. Menschen sind in einem enttäuschenden Gespräch gefasst oder beherrscht um keine ehrlichen Gefühle, die als Schwäche gedeutet werden könnten, zu zeigen. In einer behüteten Schutzumgebung rollen dann verzögert die Tränen und Gefühle werden zeitversetzt verarbeitet. Diese behütete Schutzumgebung an einem sicheren Ort zusammen mit ehrlich mitfühlendem Menschen ist lebensnotwendig, um diese gespeicherten Stressmomente emotional aufzulösen.
Menschen, die diese räumliche und emotionale Schutzumgebung nie hatten, können sie für sich nicht bauen und auch anderen (z.B. ihren Kindern) nicht bieten, um Stress auszugleichen. Haben Sie diese Umgebung aber einmal erkannt und eine Stressverarbeitung erlebt, sind sie in der Lage ihren Vergangenheitsstress selbst zu verarbeiten, egal wie alt sie sind.
Warum hat die Natur diese Trennung von Körper, Geist und Gefühlen zu gelassen?
Es ist eine evolutionäre Überlebensstrategie von Fluchttieren, was alle Kraft im Körper auf den Fluchtvorgang vereint. Todes- oder Existenzangst zu empfinden, ist aus Instinktverhalten unnötige Energie für den Fluchtreflex. Deshalb speichert der Mensch diese Gefühle (Angst) in Gefahr weg, und verarbeitet sie in einer behüteten Umgebung um daraus zu lernen, auch Instinkt und Reflexe über Generation zu entwickeln.
Stellen Sie sich vor Sie haben in der Vergangenheit schlechte Erfahrung zwanghaft aushalten müssen, und hatten nie die Möglichkeit sie aus Existenzangst zu erleben. Sie wurden für alles beschuldigt und durften diese nie jemand erzählen, sonst wurden sie misshandelt, missbraucht und verstoßen. Es gab nie eine behütete Umgebung - im Gegenteil, da wo sie sein sollte, sammeln Sie immer neue Stresssituationen. Alle möglichen behüteten Umgebungen werden ihnen entzogen bzw. kontrolliert. Ab wann hören Sie auf an ihre Gefühle zu glauben - sie fühlen sich gebrochen - alles was bleibt ist eine leise Sehnsucht und Hoffnung nach irgendwas. Wann entwickeln Sie ihre eigene Würde und ihr Gefühl für sich - ihren Selbstwert? Sie lernen zu funktionieren für Andere - ist dass ihr Wert? Der Geist gewöhnt sich an diese Vorstellung - es gibt nur noch diese Funktionswelt.
Die gesammelten Stressgefühle werden mehr und mehr - Lebensenergie geht innerlich zum Unterdrücken unbewusst verloren - der Mensch steht in einem innerlichen Dauerstress unter Strom - sein Verstand ist auf die reale Hier und Jetzt Welt trainiert, jeder sagt „Da liegen doch die Probleme". Er optimiert und distanziert sich im realen Jetzt - die historischen Stressgefühle werden mit neuen Situationen mehr und mehr - es fehlt immer noch seine Behütet-Umgebung im Hier und Jetzt. Er kann es nicht mehr erkennen.
Dieser Mensch hat zum Beispiel:
- Schuldgefühle, ohne dass es Schuld gibt, er durfte nur nie diese Gefühle verarbeiten
- Angstgefühle, ohne dass es eine Gefahr gibt, er durfte nur nie diese Gefühle verarbeiten
- Einsamkeitsgefühle, obwohl er unter Menschen lebt, er durfte nur nie diese Gefühle verarbeiten
- Aggressionsgefühle, obwohl er unter friedlichen Menschen lebt, er durfte nur nie diese Gefühle verarbeiten
- Lieblosigkeitsgefühle, obwohl er unter lieben Menschen lebt, er durfte nur nie diese Gefühle verarbeiten
- Versagensgefühle, obwohl er immer alles erreicht hat, er durfte nur nie diese Gefühle verarbeiten
- Konfliktgefühle, obwohl es nicht seine Konflikte sind, er durfte nur nie diese Gefühle verarbeiten
- Verlustgefühle, obwohl es Nichts zu verlieren gibt, er durfte nur nie diese Gefühle verarbeiten
....
Er fragt sich nach dem Lebenssinn, obwohl er alles erreicht und richtig gemacht hat, er durfte nur nie diese Gefühle verarbeiten.
Er fragt sich ob er noch richtig denkt - ja er denkt noch richtig - es ist ein ganz normales Verhalten dieses Menschen, er durfte nur nie seine Gefühle in einer behüteten Umgebung verarbeiten.
Er hat nur ein Problem, er konnte kein „emotionales Gehirn" entwickeln - hierfür gab es bis jetzt noch keine Zeit in einer behüteten Umgebung.
In einer behüteten Umgebung wird nicht beurteilt und bewertet, sie lebt Respekt vor den Gefühlen eines jeden einzelnen - es gibt Orte für alle Lebenslagen - es besteht eine medizinische Grundversorgung - Lehren und Zeichen der Seelsorge sind eine Basisvoraussetzung.

Ich dachte, es ist ein normaler Mensch wie Du und Ich

Eine Kurzgeschichte aus dem Leben in einer anderen Zeit


Ein Mensch wie du und ich mit Lebensfreude, Familie, Erfolg und allem, was zu einem geregelten Leben gehört. Glücklich und anerkannt in der Gesellschaft.
Ein Mensch, den keiner mehr versteht und für den keiner Mitgefühl und Verständnis aufbringen kann - ohne Lebenskraft. Ängstlich und einsam, ganz alleine.

Es ist der selbe Mensch - 4 Stunden liegen dazwischen.

In diesen 4 Stunden - ein fremdes weinendes Kind in seinen Armen, dessen Eltern sich trennen wollen.

4 Stunden zwischen zwei Menschen mit einem Körper, Geist und einer Seele - der eine Bekannt mit Namen und der andere ein Unbekannter ohne Namen.

Liebe hilft durch die ersten akuten Stunden und gibt einem die Kraft für die ersten Gespräche mit dem Unbekannten.

Was dann kommt übersteigt im ersten Moment die Vorstellung unseres Verstandes.

Es gibt noch einen zweiten Menschen in dem Menschen den ich liebe, geheiratet und immer so gut gekannt hatte. Seit 26 Jahren. Und keiner kannte den Unbekannten.

Der Unbekannte musste sich 40 Jahre hinter irgendetwas Schrecklichem verstecken, um zu überleben. So wie so mancher Soldat im Krieg im Fussbodenloch unter dem Teppich.

Der Bekannte hat sein Leben so gelebt um keine Schmerzen, Schuldgefühle und Versagensängste zu fühlen. Gefühle wie - doch lieber zu sterben - damit es aufhört - falsch geliebt zu werden und für alles und jeden Schuld empfinden zu müssen. Es allen recht zu machen - gleichzeitig. Jeden Konflikt zu lösen und in Zukunft zu vermeiden, wegen diesen Trennungsängste, für die er sich verantwortlich fühlt. Viele haben ihm gesagt: „Diese Gefühle sind doch normal", was er dann auch noch selbst glaubte. Was hat ihn dann so „gesundkrank" gemacht?

Der Bekannte weiß es immer noch nicht. Stumm wurde sein Unbekannter durch Gewalt und gefühllos durch Missbrauch in die unterste Ecke seiner Seele gedrängt - und das schon von Geburt an die ganze Kindheit. Der Bekannte malt, bastelt und singt nicht mehr, er hat jetzt wertvolles Wissen und Titel. Hat Sprachen, Geschichte und Rechnen mit Anerkennung von Dritten gelernt. Er hat auch gelernt seine eigene Meinung nicht mehr zu sagen -"das tut mir so weh und schließt mich aus der Familie aus".

Keiner, der dieses nicht selbst erlebt oder miterlebt hat, kann es jetzt verstehen. Auch der Bekannte selbst nicht. Er weiß noch nicht, was mit ihm los ist. Innerhalb von 4 Stunden funktioniert der Bekannte nicht mehr - er zittert und starrt entsetzt in eine schreckliche unbekannte Welt in seinem Kopf - für ihn unglaublich, entsetzend, schmerzlich, gewaltvoll, demütigend, erniedrigend - das ist nicht er. Diese grauenvolle Welt bauten doch die Menschen, für die er noch vor 4 Stunden alles, aber auch alles rechtgemacht hatte, um von ihnen „Kinderliebe" zu bekommen - das konnte der Bekannte selbst nicht glauben.

Es ist noch keinem zu erklären, was geschehen ist. Hunderte von falschen Erklärungen, Beschönigungen, Verharmlosung, Fluchtempfehlungen und auch Beschuldigungen der Umwelt machen die unerklärlichen Situationen qualvoll und vernichtend für ihn. Keiner will oder kann die Wahrheit hören oder aushalten - sie ist so unglaublich grausam und schmerzhaft.

Freunde, Glück, Glaube, Zeichen und Liebe retten ihn in der letzen Minute vor der Aufgabe in die Sinnlosigkeit.

Der Unbekannte meldet sich aus seiner Ecke - ich brauche Freiheit zum Atmen. Die Peiniger der Vergangenheit geraten jetzt in Panik, um nicht die Kontrolle zu verlieren und ihre Schuld weiter auf den Unbekannten abzuladen. Er soll mit seiner eigenen Welt in der Ecke der Seele bleiben. Angst vor der Schande, vor dem Verlust des eigenen Ansehen ist es, was die Peiniger jetzt gefühllos aktiviert. Sie kennen sich selbst nicht - leben in einer eigenen Phantasiewelt. Alle, ja alle Verwandten, Behörden, Ärzte, Freunde, Schulen..., werden jetzt zum eigenen Schutze von den Peinigern instrumentalisiert. Es werden dritte Schuldige benannt, Enkel missbraucht, um den Ahnenkult weiter zu betreiben.

Man lernt jetzt von Stunde zu Stunde überleben - auch was im Leben wichtig und unwichtig ist.

Der Bekannte kennt seinen Unbekannten immer noch nicht - die Peiniger beschäftigen ihn und alle in seinem Umfeld mit Ablenkungslügen.

Nach 5 Monaten mit viel Abstand, ist es dann so weit - es wird zur schmerzlichen Wahrheit, was in den 4 Stunden passiert ist.

Der Unbekannte ist soweit aus der Ecke gekommen und hat die Kraft es dem Bekannten zu sagen:
„Du, der Bekannte bist der gequälte Unbekannte, wurdest seelisch und körperlich von deinen Ahnen misshandelt und vom Vater missbraucht".

Es kommen jetzt alle schrecklichen Einzelheiten - Gefühle, Bilder, Geräusche, Gerüche, Umgebungen - alles wie in real und jetzt - so lässt es der Unbekannte dem Bekannten erleben. Er muss es ihm erzählen - mit viel Schmerzen - damit sie wieder eins werden können.

Die Ereignisse der Vergangenheit verschmelzen im Jetzt - Orientierungslosigkeit, Realitätsverlust, Flucht in alle möglichen Suchtmittel, Ersatzbefriedigungen, seelische Selbstverletzung, Aggression gegen sich und andere sind die harten Nebenerscheinungen auf dem Wege zum jetzt gewünschten, eigenen vereinten Ich mit der ganzen Wahrheit über sich.

Nach 8 Monaten können wir einen Geburtstag für einen neuen Erdenbürger feiern. Die Eltern heißen „ Bekannter und Unbekannter".
Einer gefühlten Trennung folgt eine Hochzeit, gebe ich ihm den Namen „Meine neuer Schatz".
Ja, es ist eine schwere Generationskrankheit aus den Kriegen, die als Überlebensstrategie unseren Verstand lang täuschen kann. Der Krieg hat keine Gefühle zugelassen und unsere Unbekannten über Geneartionen in die Seelenecke verdrängt.

Die Peiniger suchen neue Opfer: Menschen, deren Unbekannte noch in der Ecke versteckt auf Befreiung warten.

Oder - und jetzt kommt das Schlimmste: Wieder Kinder, deren Seelen erst liebevoll aufwachsen sollen - die Peiniger können es den hilflosen Kindern nicht gönnen. Der Neid und Angst vor eigenen Gefühlen treibt sie - nicht nur in Familien - nein auch in Heime, Vereine, Schulen... - ja dort, wo Kinder geborgen sein wollen und schutzlos sind.

Sie werden getrieben von der lebenslangen Sehnsucht nach eigener „Kinderliebe", die ihnen der Krieg geraubt hat. Es sind die letzten Kriegsopfer, bis der richtige Mensch, ein Medikament oder der Tod erlösend ihre Zwänge vernichtet. Ihre Eltern sind eine verstorbene Generation - im Krieg oder im Lauf der Zeit. Das lieblose, qualvolle, nicht mehr erfüllbare Kriegserbe bleibt in ihnen für den Rest ihres Lebens. Sie versuchen, den von ihren Ahnen geerbten Schmerz auf hemmungslose und ihnen nicht bewusste Weise weiter zu geben - „es war ja schon immer so" - „wir haben es nur gut gemeint".


Das Geben und Empfangen von Kinderliebe kann nicht aufgeschoben werden - es endet mit der Kindheit.

 

Ich hoffe für alle, die so eine unerklärliche Geschichte durchleben mussten, dass dieser Text ihnen hilft.
Danke für die vielen „Vater Unser", die immer geholfen haben.

In Liebe zu Kindern und Neuen Schätzen
Copyright 2010 - Eine Kurzgeschichte von Thomas Gehring

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